Ratgeber über HdO Hörgeräte

(Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Wer sich heute erstmals mit Hörgeräten auseinandersetzt, wird dabei in den meisten Fällen an die Geräte von älteren Leuten im Umfeld der vergangenen Jahre denken, die haut- oder cremefarben recht auffällig waren. Doch in den letzten 20 Jahren hat sich sehr viel in der Entwicklung von Hörgeräten getan. Sie werden immer kleiner und gleichzeitig leistungsfähiger. Besonders weit verbreitet sind dabei die sogenannten HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte).

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Allgemeines über HdO Hörgeräte 

Abgrenzung HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) zu anderen Anwendungstechniken

Bei den heute verwendeten Hörgeräten wird zwischen zwei unterschiedlichen Varianten unterschieden:

  1. HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)
  2. IdO Hörgeräte (In dem Ohr Hörgeräte)

Aufgrund der fortschreitenden digitalen Entwicklung sind beide Hörgerätevarianten ausgesprochen leistungsstark. Dennoch ergeben sich Unterschiede, die sich auch in der Akustik niederschlagen. Für den Großteil von Menschen, die eine Hörhilfe benötigen, können HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) verwendet werden. IdO Hörgeräte sind dagegen nicht immer geeignet, besitzen aber andere Vorzüge. Die individuellen Testergebnisse von HNO-Arzt oder dem Hörakustiker bestimmen maßgeblich, welche Hörgeräte infrage kommen.

Vom Hörtrichter zum Hörgerät

Bereits im 17. Jahrhundert kamen die ersten Hörtrichter auf. Ein Trichter mit einem sich verjüngendem Schallrohr wurde genutzt. Der Trichter musste in die richtige Richtung gehalten werden, das verjüngte Ende wurde ins Ohr gesteckt oder darauf aufgesetzt. Aus heutiger Sicht entsprechen die Hörverbesserungen dieser "Technik" einem absoluten Minimum an gewonnener Hörqualität. Doch immerhin wurde so bereits eine Schallverstärkung von bis zu 30 dB erreicht. Bis zum Durchbruch der Telefontechnik tat sich nicht viel in diesem Bereich. Im 19. Jahrhundert entwickelt Siemens dann analog zum Telefonhörer einen Hörer für Hörgeschädigte. 1898 kam das erste mobil einsetzbare Hörgerät. Ab 1910 gab es erste Geräte, die nicht nur die Telefonübertragung, sondern auch andere Geräusche verstärkten. Die heute noch wichtigen Komponenten Hörer, Mikrofon und Batterien wurden in einer Tasche verstaut. Im Ohr wurde der "Ohrsprecher" eingesetzt. Mitte des 20. Jahrhunderts kamen dann Hörgeräte, deren Hardware bereits auf Westentaschengröße schrumpfte. Jedoch konnten sich nur Wohlhabende diese Geräte leisten, was aufgrund der zahlreichen Hörgeschädigten durch den Krieg unbefriedigend war. Ein Jahrzehnt später, in den 1960ern, kamen dann die ersten HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte), wie wir sie heute kennen. Die großen Batterien versorgten diese HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) im Schnitt einen Tag. 1966 wurde von Siemens dann das erste IdO Hörgerät (In dem Ohr Hörgeräte) vorgestellt.

Technische Ausführungen von Hörgeräten

In den letzten 20 Jahren haben sich enorme Entwicklungen vollzogen von der analogen hin zur digitalen Technik.
Bei modernen Hörgeräten müssen nach heutigem Stand drei verschiedene Gerätetypen unterschieden werden:

  • analoge Hörgeräte
  • digital programmierte (analoge) Hörgeräte
  • volldigitale Hörgeräte

Aufgrund von Regelungen seitens der Europäischen Union und der Krankenkassen dürfen an Erstnutzer nur noch volldigitale Hörgeräte ausgegeben werden. Daher behandeln wir die analogen Geräte weniger ausführlich. Unabhängig vom technischen Stand können HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) wieder nach zwei verschiedenen Übertragungstechniken unterschieden werden:

  • herkömmliche HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) mit direkter Schallübertragung
  • Ex Hörer bzw. Ex HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) mit elektronischer Übertragung
  • Herkömmliche HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)
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HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) Aufbau

Das hinter dem Ohr getragene Hörgerät besteht aus einem oder mehreren Mikrofonen, dem Hörer (Schallwandler), der den Schall zum Hören erzeugt sowie dem Batteriefach. Vom Hörer wird der Schall über den Hörwinkel (der Knick oben am Gerät, der nach vorne und unten führt) und den Schallschlauch an das Empfangsteil, das Ohrpassteil, übertragen. Fachlich hat sich dafür die Bezeichnung Otoplastik durchgesetzt. Zusätzlich ist die Otoplastik mit einer weiteren Schallbohrung versehen, dazu aber später mehr. Grundsätzlich erlauben HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) aufgrund ihres Aufbaus Lösungen bei geringen Hördefiziten bis hin zu starken Hörschädigungen. Der Vorteil liegt darin, dass die Gerätegröße variiert werden kann, sodass die HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) unproblematisch mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen versehen werden können. Insgesamt geht der Trend für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) natürlich zu immer kleineren Geräten.

Pfeifen durch Rückkopplungen

Ein besonders hervorzuhebender Vorteil für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) ist das geringe Risiko an lästigen Rückkopplungen. Das unangenehme Pfeifen kennen Hörgeräteträger daher nur bei defekten Schallschläuchen, einem verlegten Gehörgang oder nicht optimal eingesetzten Otoplastiken.

Körperschall

Ein grundsätzliches Problem bei Hörgeräten ist der Körperschall, also Geräusche wie die eigene Stimmung, Kau- und Essgeräusche, Trittgeräusche. Bei einem normal hörenden Ohr wird der Eigenschall am Trommelfell nach außen reflektiert. Die hier sitzende Otoplastik wirkt hier jedoch wie ein Hindernis für den Schall. Daher sind die Ohrpassstücke mit einer Schall- bzw. Belüftungsbohrung (Venting) versehen. Je größer diese Bohrung ist, desto natürlicher wird das Hören mit Bezug auf Körperschall. Ohne diese Bohrung oder bei zu geringer Größe der Bohrung wirkt das Hörempfinden dumpf.

Die offene Versorgung über Mini HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Sogenannte Mini HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) tragen diesen Anforderungen ergänzend Rechnung. Besonders kleine HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) kommen ohne Otoplastik aus und verfügen nur noch über einen Schallschlauch. Allerdings ist die Form des Gehörgangs bei jedem Menschen individuell. Dadurch kann es zu einer Gehörgangform kommen, die trotzdem zu diesen unangenehmen Reflexionen führt. Das kann dann mit einer entsprechenden Otoplastik (Gehörgang-Otoplastik) ausgeglichen werden, die speziell an die Form und Gegebenheiten des Gehörgangs angepasst wird. Umgangssprachlich hat sich für diese Mini HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) mit angepasster Gehörgang-Otoplastik als "Slim Tube" etabliert.

Ex HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) oder Ex Hörer

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Der grundsätzliche Aufbau ist wie bei HdO-Hörgeräten, nur, dass hier keine Schallübertragung vom Außengerät zum Innengerät erfolgt. Über eine Leitung wird das vom Mikrofon erzeugte elektrische Signal zum nun im Ohr sitzenden Hörer bzw. Schallwandler übertragen und hier wieder umgewandelt. Dadurch ergeben sich einige signifikante Vorteile für diese Ex HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte). Der Schall wird nun direkt vor dem Trommelfell erzeugt und muss nicht vom Hörer hinter dem Ohr über den Schlauch dorthin geleitet werden. Damit können ansonsten übliche Übertragungsverluste des Schalls nahezu ausgeschlossen werden. Damit wird auch weniger Schallenergie benötigt, das heißt, selbst leise Töne können sehr gut gehört werden. Außerdem entfällt das Problem der Rückkopplungen bei Körperschall. Da aber auch hier wieder die Gehörgangform der betreffenden Person eine große Rolle zukommt, kann es dennoch sein, dass eine wie bereits vorab angesprochene offene Versorgung angestrebt werden muss. Dazu wird das Hörgerät in eine an die Ohranatomie angepasste Optoplastik gesteckt und Schallreflexionen durch diese Bauform vermieden. Darüber hinaus können die HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) Einheiten, die hinter dem Ohr sitzen, deutlich kleiner und damit unauffälliger konstruiert werden.

Technischer Aufbau HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Wie bereits erwähnt, lassen sich HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) auch nach folgenden technischen Aufbauten unterscheiden:

  • analoge HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)
  • digital gesteuerte HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)
  • volldigitale HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Digitale und analoge HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Rein analoge Hörgeräte sind kaum noch auf dem Markt, da sie bereits ab den 1990ern von digital gesteuerten HdO Hörgeräten abgelöst wurden. Das Prinzip der Schallweiterleitung ist jedoch immer dieselbe. Der Schall wird von einem oder mehreren Mikrofonen ausgenommen. Nun erfolgt eine analoge oder digitale Verstärkung (analog ist gleichzusetzen mit einer elektronischen Verstärkung; die Definition "analog" wurde nur aufgrund der einfacheren Unterscheidung gewählt). Die Weiterleitung des Schalls erfolgt nun entweder als elektrisches Signal (Ex HdO Hörgeräte) oder über den Schallschlauch (herkömmliche HdO Hörgeräte. Dennoch haben analoge Hörgeräte bis heute ihre Bedeutung. Hier lassen sich Richtmikrofone am Hörgerät montieren, denn eine große Herausforderung bei Hörgeräten ist das "Richtungshören". Die enorm fortschreitende Digitaltechnik findet hier jedoch immer bessere Lösungen. Insbesondere der Übergang von analogen zu digital gesteuerten Hörgeräten ist fließend.

Voll digitale HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Voll digitale Hörgeräte nutzen mehrere Kanäle, um verschiedene Frequenzbereiche aufzusplitten. Vereinfacht gesprochen werden bestimmte Töne automatisch leiser und andere lauter übertragen. Auch können bestimmte Schallwellen fokussiert werden, beispielsweise Sprache von Lärm in einem Klassenzimmer. Durch den Einsatz mehrerer Mikrofone (zwei) am Hörgerät kann aber auch das Richtungshören gesteuert werden. Dabei erden verschiedene Frequenzen einfach um etliche Millisekunden verzögert übertragen, also erst zwischengespeichert. Die Mindestanforderung (nach Krankenkassen) liegt bei vier Kanälen, es werden jedoch nach Stand der Technik 2015 auch HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) mit bis zu 48 Kanälen angeboten. Aus wissenschaftlicher Sicht sind jedoch vier Kanäle völlig ausreichend, da keine signifikante Verbesserung mit mehr Kanälen beobachtet werden konnte. Lediglich bei sehr speziellen und individuellen Lösungen können mehr Kanäle Verbesserungen erzielen. Gute HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) sind mit Funktechnologie ausgestattet, wenn für jedes Ohr ein Hörgerät benötigt wird. Manuelle und automatische Anpassungen werden dann durch die Hörgeräte selbst angeglichen. Mithilfe der AGC-Technik (Automatic Gain Control) wird der Lautstärkepegel automatisch angepasst. So kann besonders lauter Lärm vom Hörgerät reduziert werden, um das Ohr nicht zu überlasten. Insbesondere analoge und zum Teil digital gesteuerte HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) hatten noch mit diesem Problem zu kämpfen. Selbst das Tragen einer Kopfbedeckung oder Windgeräusche werden erkannt und das Hören entsprechend angepasst.

Zusatzfunktionen und zusätzliche Technologien für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Bluetooth für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Längst kommt auch Bluetooth für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) zum Einsatz. Damit können Signale verschiedener Audiogeräte und von Smartphones und Tablets gezielt ausgewählt werden. Auch der Einsatz bei Konferenzen, Schulungen usw. wird dadurch deutlich erleichtert, ebenso der Einsatz des Internets. Heute sind mit dieser Technologie HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) im mittleren und gehobenen Preissegment ausgestattet.

FM-Signale und Infrarot für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Alternativ dazu können Hörgeräte auch über Funkwellen angesteuert werden, um selektiv auszuwählen. Auch hier wären wieder typische Beispiele Audiogeräte oder Mikrofone einer Schulung, die entsprechende Signale per Funk übertragen. Analog dazu kann auch Infrarottechnologie eingesetzt werden.

Zusatzmikrofone für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

In alltäglichen Umgebungen, in denen Schwerhörige sehr viel Zeit verbringen (Arbeitsplatz, Wohnung), können zusätzliche Mikrofone installiert werden, um ein noch besseres Hören zu ermöglichen. Insbesondere der Einsatz von Richtmikrofonen sei hier genannt.

Zukunftsaussichten für HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte)

Schon jetzt preisen die ersten Hersteller ihre HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) an, da sie mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sein sollen. In der Tat sind erste HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) auf dem Markt, die mit lernfähigen Algorithmen ausgestattet sind. Durch unterschiedliche Analysen des Umgebungsschalls sowie dem Speichern von häufigen manuellen Einstellungen können diese HdO Hörgeräte (Hinter dem Ohr Hörgeräte) der neuesten Generation Situationen erkennen und die bevorzugten Einstellungen eigenständig vornehmen.

 

© Bilder: Fotolia

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