Ein Thema, das nicht nur Schwerhörige interessiert - der Preis guter Hörgeräte

Fachleute gehen davon aus, dass es in Deutschland etwa 15 Millionen Menschen gibt, die Probleme mit dem Hören haben. Trotzdem trägt nur etwa jeder Zehnte der Betroffenen ein Hörgerät. Ganz offensichtlich haben Hörgeräte noch immer ein erhebliches Image-Problem. In einer Gesellschaft, in der Jugendlichkeit und Fitness einen sehr hohen Stellenwert haben, gilt eine Hörhilfe als wenig attraktiv. Dabei hat es in den letzten Jahren in diesem Bereich einen erheblichen Fortgeschritten gegeben.

Moderne Hörgeräte leisten wesentlich mehr als ältere Modelle, haben aber auch einen deutlich höheren Preis. Kritische Stimmen meinen, dass der gestiegene Preis ein wichtiger Grund für die eklatante Unterversorgung der deutschen Schwerhörigen mit Hörhilfen sei. Andere gehen davon aus, dass es an der mangelnden Aufklärung der Betroffenen liegen könnte. Noch immer denken viele Menschen an die klobigen, rosafarbenen Geräte, mit denen sich unsere Großväter abmühten. Doch auch in dieser Hinsicht hat sich sehr viel getan. Moderne Hörhilfen lassen sich sehr viel diskreter tragen und beeinträchtigen das Erscheinungsbild des Trägers oder der Trägerin in keiner Weise.

Nicht warten, sondern aktiv werden

Es gibt Situationen, in denen es Ihnen schwerfällt, die Gespräche der anderen zu verfolgen? Oder Sie können im Stimmengewirr, das in der Markthalle herrscht, nicht verstehen, welchen Preis die Händlerin von Ihnen verlangt? Dann sollten Sie nicht länger zögern und sich einen Termin beim HNO-Arzt geben lassen. Der untersucht nicht nur Ihre Ohren gründlich, sondern testet mit Hilfe moderner Technik auch Ihr Hörvermögen. So kann er zuverlässig beurteilen, wie gut Sie tatsächlich Hören oder bei welchen Frequenzen es Probleme gibt. Kommt er zu dem Schluss, dass Sie Hörgeräte brauchen, bekommen Sie von dem Spezialisten ein Rezept, mit dem Sie zu einem Hörgeräte-Akustiker gehen können.

Ihnen macht der Hörgeräte-Preis Angst?

Vielleicht verlassen Sie die HNO-Praxis mit einem flauen Gefühl in der Magengegend., weil Sie von Bekannten gehört haben, dass man sich für den Preis eines Hörgerätes durchaus ein Auto leisten könnte. Von solchen Gerüchten sollten Sie sich keinesfalls davon abhalten lassen, sich möglichst schnell um die Beschaffung der Hörgeräte zu kümmern. Zweifellos, gute Hörgeräte haben ihren Preis. Doch wenn man sich diese kleinen Wunderwerke der Technik etwas genauer anschaut, wird schnell klar, dass der hohe Preis durchaus seine Berechtigung hat. Moderne Hörgeräte arbeiten digital. Genau genommen sind es Mini-Computer, die mit einer Rechenleistung ausgestattet sind, die einem mittleren Desktop-PC entspricht. Erforderlich wird diese Performance, weil die akustischen Signale, die von den Mikrofonen der Hörgeräte aufgenommen werden, möglichst in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Die Signale werden elektronisch verstärkt und über einen Lautsprecher an das Ohr weitergegeben. Kennt man diese Zusammenhänge, wird auch die Preis-Gestaltung verständlicher.

Zuschuss der Krankenkassen macht den Hörgeräte-Preis erschwinglich

Seit 2013 zahlen alle Gesetzlichen Krankenkassen für Hörgeräte einen deutlich höheren Zuschuss als zuvor. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass kein Versicherter, der Hörprobleme hat, aus Preis-Gründen auf eine Hörhilfe verzichten muss. Hat der HNO-Arzt festgestellt, dass Sie Hörgeräte benötigen, muss Ihre Krankenkasse den Festbetrag zahlen. Schwerhörigen steht ein Zuschuss von 733,59 Euro zu. In besonders extremen Fällen der Schwerhörigkeit steigt der Wert auf 786,86 Euro. Bei Versorgung beider Ohren erfolgt beim zweiten Gerät ein Abschlag von 20 %. Die meisten Krankenkassen haben Versorgungsverträge mit den Hörgeräteakustikern abgeschlossen. Die Dienstleister verpflichten sich in diesen Verträgen, jedem Versicherten mindestens ein Hörgeräte-Modell anzubieten, bei dem der Preis durch den Festbetrag abgedeckt ist. Zusätzlich bekommt der Hörgeräteakustiker von der Krankenkasse eine Pauschale für Reparaturarbeiten, die in den folgenden sechs Jahren anfallen. Um die Zahlungsmodalitäten braucht sich der Versicherte nicht selbst zu kümmern. Der Hörgeräteakustiker rechnet den Preis für die Hörgeräte und seine Leistungen direkt bei der Krankenkasse ab.

Mindestanforderungen an Hörgeräte zum günstigsten Preis

Mit der neuen Zuschussregelung hat sich nicht nur der Hörgeräte-Preis für die Versicherten verändert. Gleichzeitig wurden die Qualitätsstandards für die Hörgeräte-Versorgung deutlich angehoben. Folgende Qualitätskriterien müssen auch von den Modellen mit dem günstigsten Preis eingehalten werden:

  • Hörgerät muss Digitaltechnik nutzen
  • Mindestens vier Frequenzbereiche, die getrennt voneinander geregelt werden können
  • Rückkopplungen und Pfeifgeräusche müssen unterdrückt werden
  • Unterdrückung von Nebengeräuschen
  • Mindestens drei Programme für die individuelle Anpassung

So finden Sie den Hörgeräte-Fachmann Ihres Vertrauens

Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt einen oder mehrere Hörgeräte-Akustiker, in deren Filialen Menschen mit Hörproblemen geholfen wid. Der Markt für Hörgeräte ist sehr unübersichtlich. Experten schützen, dass allein in Deutschland etwa 2.000 unterschiedliche Hörgeräte-Modelle zur Auswahl stehen. Die meisten Anbieter spezialisieren sich auf einige Marken. Dennoch kann jeder Schwerhörige sicher sein, dass es möglich ist, auch für ihn das optimal passende Modell zu finden.

Einteilung der Hörgeräte in drei Preis-Gruppen

Es gibt zwei Wege, um sich in eine erste Orientierungshilfe zu verschaffen. Manche Fachleute nehmen den Preis als Maßstab und teilen die Hörgeräte auf diese Weise in drei Gruppen ein.

Einstiegsklasse: 10 - 500 Euro Eigenanteil

Die günstigsten Hörgeräte bekommt man als Kassenpatient praktisch kostenlos zur Verfügung gestellt. Lediglich 10 Euro Zuzahlung werden für solche Modelle fällig. Diese Geräte erfüllen die Mindestkriterien der Krankenkassen und sind beispielsweise für den häuslichen Bereich völlig ausreichend. Darüber hinaus bieten einige Modelle der Mittelklasse Extras, die den Komfort verbessern. Sie bieten zum Beispiel die Möglichkeit, die Hörgeräte kabellos mit dem Fernseher zu verbinden.

Mittelklasse: 500 - 1.200 Euro Eigenanteil

Hörgeräte der Mittelklasse haben einen deutlich höheren Preis, sind jedoch optimal auf die meisten Erfordernisse des Alltags abgestimmt. Diese Hörgeräte sind mit Programmen ausgestattet, die eine automatische Anpassung an die unterschiedlichen Lebensbereiche ermöglichen. Mit diesen Geräten können Sie sprachliche Äußerungen deutlich zuverlässiger verstehen und außerdem ist mit dieser Technik das RichtungsHören möglich.

Oberklasse: 1.200 - 1.800 Euro Eigenanteil

Wer noch mehr Funktionen und noch mehr Komfort wünscht, muss beim Preis noch einige Hunderter drauflegen. Dafür bekommt er die Möglichkeit, wieder besser räumlich zu Hören. Außerdem sind diese Geräte so komfortabel, dass sich der Träger praktisch keine Gedanken mehr um die Bedienung machen muss. Dass sich dieser Luxus im Preis niederschlägt, ist nicht verwunderlich.

Wichtiger als der Preis der Hörgeräte ist die Steigerung der Lebensqualität

für welche Preis-Kategorie und welches Hörgeräte-Modell Sie sich letztendlich entscheiden, hängt also von sehr vielen Faktoren ab. Auf alle Fälle sollten Sie sich bei der Auswahl genügend Geduld mitbringen und sich in Ihrer Entscheidung nicht von anderen beeinflussen lassen. Nur Sie selbst können entscheiden, mit welchem Hörgeräte-Modell Sie am besten zurechtkommen und ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen. Der Preis spielt dann eine untergeordnete Rolle.

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