Hörgerätebatterien - kleine Kraftwerke mit großer Wirkung

Als Schwerhörigkeit bezeichnet man den Verlust oder eine starke Einschränkung der Fähigkeit, akustische Signale wahrzunehmen. Sie kann vererbt oder eine Alterserscheinung sein. Meistens wird sie jedoch durch eine übermäßige Lärmbelästigung hervorgerufen. Moderne Hörgeräte können den Verlust der akustischen Wahrnehmung kompensieren. Für sie gibt es eine Fülle von unterschiedlichen Hörgerätebatterien auf dem Markt. Was aber ist beim Kauf solcher kleinen Stromspender zu beachten?

Hörgeräte werden immer kleiner, die technischen Möglichkeiten dagegen immer größer. Eitle Menschen verlangen immer öfter nach Miniaturgeräten, die nicht mehr hinter, sondern stattdessen - nicht sichtbar - im Ohr getragen werden. Da jedoch keines dieser kleinen akustischen Helfer ohne Hörgerätebatterien funktioniert, werden auch die winzigen Stromspeicher immer kleiner. Fast immer wird ein Hörgerät mit einer kreisrunden so genannten Knopfzelle betrieben. Sie gehören zur Familie der Microbatterien und verfügen über eine besonders hohe Leistungsdichte. Hörgerätebatterien der neueren Generation sind nahezu ausschließlich Zink-Luft-Batterien, während man früher Quecksilber-Zink-Batterien verwendete. Weil jedoch Quecksilber bekanntlich gesundheitliche Schäden verursachen kann, verzichtet man heute bei Hörgerätebatterien weitgehend darauf. Des Weiteren kommt dieser Verzicht auch der Umwelt zugute. Dennoch gibt es bei den Knopfzellen durchaus Unterschiede, die man unbedingt kennen und beachten sollte, um mit seinen Hörgerätebatterien ein möglichst langes und uneingeschränktes Hören genießen zu können.

Welche Größen von Hörgerätebatterien gibt es und welche brauche ich?

Oft steht der Anwender bei der Auswahl seiner Hörgerätebatterien vor einer scheinbar schwer zu lösenden Aufgabe. Bei der Vielzahl der in Größe und Farbkennzeichnung unterschiedlichen Hörgerätebatterien fürchten nicht wenige Schwerhörige, einen optimal geeigneten Stromspender nicht zu finden. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Alltag mit den passenden Hörgerätebatterien zu meistern und am gesellschaftlichen Leben wieder teilzuhaben. Dabei ist mit ein wenig Hintergrundwissen die richtige Wahl überhaupt nicht kompliziert: Auf dem Markt sind heute fünf Größen, von denen vier in den allermeisten Fällen zur Anwendung kommen. Zur besseren Unterscheidung haben die Hersteller ihre Hörgerätebatterien farblich gekennzeichnet. Blau (Typ 675) bedeutet: Die Kapazität des Akkumulators beträgt 630 mAh (die genannten Werte sind Durchschnittswerte), Rot (Typ 13): 310 mAh, Braun (Typ 312): 180 mAh und Gelb (Typ 10): 100 mAh. Es gibt noch den Typ A. Hörgerätebatterien dieses Typs sind allerdings ausschließlich für sehr kleine Geräte konzipiert, die im Ohr getragen werden. Sie verfügen zudem nur über eine sehr geringe Kapazität. Deshalb werden Hörgerätebatterien vom Typ A nur selten verwendet. Der Typ A ist für sehr kleine Hörgeräte konzipiert, die oft dem Wunsch des Anwenders entsprechend kosmetische Zwecke erfüllen sollen und für Außenstehende weitgehend unsichtbar sind. Die am meisten verwendeten Hörgerätebatterien sind die vom Typ 13, die üblicherweise in Hörgeräten zur Anwendung kommt, die hinter dem Ohr getragen werden. In der Gebrauchsanweisung des Hörgerätes ist die Typenbezeichnung der Hörgerätebatterien aufgeführt, die für das entsprechende Gerät geeignet ist. Auf dem Markt werden als Hörgerätebatterien auch die so genannten Nickel-Metallhydrid-Akkus angeboten. Sie lassen sich wieder aufladen. Jedoch ist ihre Nutzungsdauer stark begrenzt. Deshalb kommen diese Akkus nur sehr selten zur Anwendung. Im Zweifelsfall bietet natürlich auch der Hörgeräteakustiker eine kompetente Beratung an.

Wie lange halten Hörgerätebatterien?

Die Haltbarkeit von Hörgerätebatterien hängt natürlich von der Kapazität der kleinen Energiespeicher ab. Entscheidend für die Nutzungsdauer ist allerdings auch der Grad der Verstärkung, den Ihr Hörgerät leisten muss. Die Nutzungsdauer schwankt deshalb zwischen wenigen Tagen bis hin zu drei Wochen. Nicht zuletzt beeinflusst die Zeit, in welcher das Gerät eingeschaltet ist, die Lebensdauer der Hörgerätebatterie. Wer sie immer bei Raumtemperatur aufbewahrt und sie keiner großen Hitze oder Kälte aussetzt, kann sich ebenfalls über eine längere Lebensdauer seiner Hörgerätebatterie freuen. Auf keinen Fall sollte sie mit Gegenständen aus Metall in Berührung kommen, weil dann ein Kurzschluss die Batterie zerstören kann. Man sollte sie deshalb also nie zusammen zum Beispiel mit Schlüsseln oder Geldmünzen in der Hosentasche aufbewahren. Es gibt kleine Aufbewahrungsboxen, in denen die Hörgerätebatterien optimal aufbewahrt werden können. Solche kleinen Schachteln kann man auch problemlos mit sich führen.

Was muss man beim Einsetzen neuer Hörgerätebatterien beachten?

Hörgerätebatterien sind mit einer so genannten Schutzfolie gegen vorzeitiges Entladen geschützt. In der Batterieoberfläche befinden sich Löcher, die mit solchen Folien abgedeckt werden. Vor dem Einsetzen in das Hörgerät muss diese Folie entfernt werden. Dann dringt Luft in das Gehäuse ein. Dadurch entsteht ein Zinkoxid, und die Batterie ist aktiviert. Im Klartext: Durch die Verbindung von Luft mit dem in der Batterie enthaltenen Zink entsteht die Energie. Achtung: Entfernen Sie niemals die Schutzfolie, wenn die Hörgerätebatterien noch nicht gebraucht werden. Denn dann entladen sie sich selbst dann, wenn Sie die Schutzfolie danach wieder aufkleben.

Was kosten Hörgerätebatterien?

Die Kosten für Hörgerätebatterien halten sich in Grenzen. Die Preise schwanken im Durchschnitt je nach Anbieter zwischen ca. 30 Cent und einem Euro pro Stück. Hörgerätebatterien werden heute außer in Fachgeschäften unter anderem auch in Apotheken und im Internet angeboten. Hier lohnt sich ein Preisvergleich durchaus. Schließlich sollte man berücksichtigen, dass man im Laufe des Jahres immerhin eine ansehnliche Menge an Hörgerätebatterien verbraucht. Die bekannten Markenhersteller verlangen in der Regel die höchsten Preise. Allerdings kann man auch davon ausgehen, dass sie ausnahmslos qualitativ einwandfreie Produkte anbieten. Manche Hörgeräteakustiker bieten inzwischen einen besonderen Service an: In ihren Geschäften erhält man beim Kauf eines Gerätes eine kleine Anzahl von Hörgerätebatterien gratis. Das ist auf keinen Fall zu verachten, denn auf weitere finanzielle Unterstützungen darf man kaum zählen. Auch von den Krankenkassen gibt es weder Erstattung noch einen finanziellen Zuschuss.