Was ist ein Hörsturz?

Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender Hörverlust von dem in Deutschland im Schnitt 16.000 Personen betroffen sind. 75 % aller Patienten sind bei der Diagnose "Hörsturz" über 40 Jahre alt, während Kinder und Jugendliche nur sehr selten einen Hörsturz erleiden.

In den meisten Fällen tritt ein Hörsturz einseitig auf und kann von geringgradig bis zur vollständigen Gehörlosigkeit reichen. Er kann nur bestimmte oder aber alle Frequenzen betreffen. Auf dieser Seite möchten wir Sie über die möglichen Symptome, Ursachen und die eingesetzte Diagnostik sowie angewandte Therapie bei Hörsturz informieren.

Inhaltsverzeichnis:

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Hörsturz-Symptome

Ein Hörsturz ist definiert als ein meist einseitiger und plötzlich auftretender Hörverlust, dessen Ursache oder auslösender Faktor sich nicht feststellen lässt. Eine Diagnose kann also nur über die Symptome und durch den Ausschluss anderer Erkrankungen erfolgen. Dabei kann der Arzt durch verschiedene Untersuchungen wie Bluttests, Blutdruckmessungen oder Otoskopie die Funktionstüchtigkeit des Ohres untersuchen. Unter anderem werden für die Untersuchung der Symptome auch Ohrmikroskope und akustische Geräte eingesetzt, um sowohl sichtbare Schäden als auch andere Ursachen einer Hörschwäche auszuschließen. 

Charakteristisch für einen Hörsturz sind „wattige“ oder betäubende Gefühle im Ohr, sowie in schweren Fällen auch die Symptome Schwindelgefühle, Doppeltonhören und Lärmempfindlichkeit. Bei einem Hörsturz entwickeln sich diese Symptome meist innerhalb von 24 Stunden. Bereits im Vorfeld eines Hörsturzes können ein einseitiges Druckgefühl und Ohrgeräusche (Tinnitus) im betroffenen Ohr auftreten. In keinem Fall kommt es jedoch zu Ohrenschmerzen. Sobald Ohrenschmerzen auftreten handelt es sich nicht um einen Hörsturz. In diesem Fall liegen oft andere Erkrankungen oder eine Entzündung des Ohres vor.

Mögliche Symptome eines Hörsturzes:

  • Hörverlust bis Taubheit
  • Auftreten des Hörsturz meist nur auf einem Ohr
  • Plötzliches Auftreten des Hörsturzes innerhalb von 24 Stunden
  • Hörsturz Symptome enthalten keine Ohrenschmerzen
  • Es ist keine direkte Ursache erkennbar
  • Mögliche Symptome sind auch Ohrgeräusche oder Tinnitus
  • Druck Gefühl im Ohr
  • Gestörtes Berührungsempfinden am Außenohr
  • In schweren Fällen Schwindelgefühle

  

Hörsturz - Ursachen

Die genauen Ursachen für einen Hörsturz sind bisher noch nicht geklärt. Es gibt aber unterschiedliche Theorien und Studien über die Ursachen eines Hörsturz, die sich mit der Durchblutung des Ohres beschäftigen. Vermutet wird, dass eine Änderung der Durchblutung im Innenohr eine Ursache für den Hörsturz sein könnte. Dort befinden sich die Haarzellen, die für die Funktion des Ohres und für das Hören verantwortlich sind. Eine Durchblutungsstörung in der Hörschnecke kann nun zu einer Schädigung der Haarzellen führen und je nach betroffenen Zellen bestimmte Frequenzen oder das ganze Gehör beeinträchtigen. Unter begünstigenden Faktoren eines Hörsturzes zählen unter anderem auch Virusinfektionen wie Windpocken, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder physische Verletzungen wie Halswirbelerkrankungen aufgrund eines Schleudertraumas.

Mögliche Risikofaktoren eines Hörsturzes im Überblick:

  • Übergewicht begünstigt einen Hörsturz, sowie
  • Bluthochdruck
  • Diabetes Mellitus
  • Fettstoffstörungen wie erhöhter Cholesterin
  • Rauchen
  • Stress

Ein zweifelsfreier Zusammenhang zwischen diesen Risikogruppen und einem erhöhten Risiko für einen Hörsturz konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden.

Fotolia_88657559_Subscription_Monthly_M.jpgHörsturz - Behandlung

Eine umfassende Therapie gegen den Hörsturz ist noch nicht entwickelt worden. Es gibt jedoch Therapieformen die den möglichen Ursachen entgegenwirken und Symptome bekämpfen. Darüber hinaus ist der Hörsturz bekannt für eine relativ hohe Selbstheilungsrate, die laut einigen Studien bis zu 60% beträgt. Auch die Therapie mit wirksamen Mitteln ist erfolgreicher als eine reine Placebo Behandlungen. Da ein Hörsturz meist innerhalb von 24 Stunden auftritt, empfiehlt es sich, möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen.Je früher eine Therapie gegen den Hörsturz beginnt, desto besser sind auch die Aussichten auf Erfolg. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wurden folgende Behandlungsmöglichkeiten entwickelt:

Hörsturz - Therapie mit durchblutungsfördernden Mitteln (Rheologika)

Da als häufigste Ursache für einen Hörsturz eine Durchblutungsstörung angenommen wird, werden oft durchblutungsfördernde Mittel zur Therapie des Hörsturzes eingesetzt. Diese sollen durch eine angeregte Durchblutung der Haarzellen für eine bessere Versorgung mit Sauerstoff und den benötigten Nährstoffen sorgen. Meistens erfolgt diese Behandlung in Form einer Infusionstherapie, die über mehrere Tage angelegt wird.

Hörsturz - Therapie mit Hörgerät

Ein Hörgerät kann die Ursachen eines Hörsturzes nicht beheben, allerdings ist es in der Regel die beste Therapie, um die Symptome des Hörsturzes zu behandeln. Die Hauptsymptome sind der Hörverlust und eventuelle Störgeräusche (Tinnitus) im Ohr. Ein Hörgerät verstärkt die betroffenen Frequenzen und gleicht so den Hörverlust aus. Zusätzlich unterdrückt es den Tinnitus und eventuelle Störgeräusche und ermöglicht es so wieder alle Geräusche verständlich wahrzunehmen und ein Leben ohne Einschränkungen zu führen.

Weitere Methoden zur Hörsturz - Therapie

Da die Ursachen des Hörsturzes noch nicht ganz geklärt sind, werden auch andere Medikamente oder Medikamentenkombinationen eingesetzt. Therapien mit örtlicher Betäubung sollen z.B. nach einem Schleudertrauma entstandene Blockaden der Nervenbahnen wieder lösen. Eine andere Therapiemöglichkeit gegen den Hörsturz ist die Sauerstoffdruckkammer. Dabei wird der Patient in einer Überdruckkammer mit einem erhöhten Sauerstoffanteil in der Luft versorgt. Dies soll eine verbesserte Versorgung der Haarzellen mit Sauerstoff und dadurch eine Heilung bewirken. Da es diesbezüglich zu wenige Studien gibt, ist diese Therapieform von den Krankenkassen noch nicht zugelassen. Anderweitige Behandlungsmöglichkeiten gegen den Hörsturz sind nicht ausgeschlossen.

Quälen Sie störende Ohrgeräusche? Gerne informieren wir Sie auch zum Thema Tinnitus

 

© Bilder: Fotolia

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