Innenohrschwerhörigkeit - Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Schwerhörigkeit kann Menschen aller Altersstufen und quer durch alle Gesellschaftsschichten betreffen. Die Innenohrschwerhörigkeit, auch als Schallempfindungsschwerhörigkeit bezeichnet, ist eine Form der Schwerhörigkeit. Der folgende Beitrag erläutert, was sich hinter der Innenohrschwerhörigkeit verbirgt, beschreibt die Ursachen und zeigt, wie diese spezielle Ausprägung der Schwerhörigkeit behandelt werden kann.

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Was ist eine Innenohrschwerhörigkeit?

Bei der Innenohrschwerhörigkeit liegt im Bereich des Innenohres eine Schädigung oder Funktionsstörung vor, durch die die Hörfähigkeit vermindert wird. Die Innenohrschwerhörigkeit ist die am häufigsten angeborene oder bereits in frühester Kindheit auftretende Störung des Hörvermögens. Der Grad der Schwerhörigkeit kann bei Kindern und Erwachsenen von einer leichten Beeinträchtigung bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit reichen. Neben der Bezeichnung Innenohrschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit ist ein weiterer Begriff, die sensorineurale Schwerhörigkeit, üblich für diese Form der Schwerhörigkeit. Die sensorineurale Schwerhörigkeit wird hierbei in die sensorische Schwerhörigkeit und die sogenannte neurale Schwerhörigkeit unterteilt.

Die sensorische Innenohrschwerhörigkeit

Bei der sensorischen Schwerhörigkeit liegt die Ursache für die verminderte Hörfähigkeit in der Hörschnecke, der Cochlea, im Innenohr. Die Cochlea ist das eigentliche Hörorgan. In der Hörschnecke befinden sich feine Sinneszellen, die Haarzellen, welche den Schall in Nervenimpulse umwandeln, die an das Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Durch eine Schädigung oder den Verlust der Haarzellen kommt es zu einer Verminderung der Hörfähigkeit. In diesem Fall spricht man von einer sensorischen Schwerhörigkeit.

Die neurale Innenohrschwerhörigkeit

Bei der neuralen Schwerhörigkeit liegt die Ursache für die Schwerhörigkeit beim Hörnerv. Der Hörnerv leitet die von den Haarzellen der Hörschnecke erzeugten Nervenimpulse an das Hörzentrum im Gehirn weiter. Im Fall einer neuralen Schwerhörigkeit liegt eine Störung der Weiterleitung der Nervenimpulse durch den Hörnerv vor.

Was sind mögliche Ursachen für eine Innenohrschwerhörigkeit?

Das Auftreten einer Innenohrschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Häufig ist insbesondere die Altersschwerhörigkeit ab dem 50. bis 60. Lebensjahr der Betroffenen eine Ursache für die Innenohrschwerhörigkeit. Altersschwerhörigkeit bedeutet, die Betroffenen können vor allem hohe Töne nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnehmen. Nur geringfügig seltener wird eine starke Lärmbelastung und die damit einhergehende Schädigung der Sinneszellen als Auslöser für die Schwerhörigkeit festgestellt. Weitere Ursachen können bestimmte Vorerkrankungen, wie ein Hörsturz, Durchblutungsstörungen aufgrund von Diabetes oder Arteriosklerose sowie Stoffwechselerkrankungen oder ein Tumor im Gleichgewichtsorgan, sein. Bei der angeborenen oder frühkindlichen Innenohrschwerhörigkeit ist oftmals eine erbliche Veranlagung Auslöser für die Erkrankung.

Was sind die Symptome einer Innenohrschwerhörigkeit?

Erstes Anzeichen für eine Innenohrschwerhörigkeit ist das eingeschränkte Sprachverständnis. Das als Cocktail-Party-Effekt bezeichnete Symptom äußert sich darin, dass es Betroffenen zunehmend schwerfällt, Gesprächen in einer lauten Umgebung zu folgen. Hinzu kommen für eine Innenohrschwerhörigkeit typischen Begleiterscheinungen, wie mehr oder weniger starke Ohrgeräusche und ein Tinnitus. Oftmals werden auch Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle im Zusammenhang mit einer Innenohrschwerhörigkeit genannt.

Wie wird die Innenohrschwerhörigkeit diagnostiziert?

Zur Diagnose einer Innenohrschwerhörigkeit werden vom Hals-Nasen-Ohren Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden angewandt. In einem ersten Schritt wird der Arzt das Ohr und die äußeren Gehörgänge mittels der sogenannten Otoskopie rein äußerlich untersuchen. Mit dieser Untersuchung soll ausgeschlossen werden, dass zum Beispiel ein einfacher Pfropf aus Ohrschmalz den Gehörgang verstopft und so die Schallweiterleitung unterbunden wird. Ist die der Fall, wird der Arzt den Pfropf entfernen.

Hörtest und Audiogramm

Eine weitere Untersuchung ist der Hörtest. Beim Hörtest werden über einen Kopfhörer Töne mit unterschiedlichen, von tiefen bis zu hohen Frequenzen, vorgespielt. Die Reaktionen der Testperson auf die einzelnen Töne werden in einem Audiogramm festgehalten. Das als Audiometrie bezeichnete Verfahren ermöglicht dem Arzt festzustellen, bei welchen Frequenzen die Hörfähigkeit eingeschränkt ist. Ein spezieller Hörtest ist der Fowler-Test, mit dessen Hilfe der Arzt feststellen kann, ob der Betroffene laute Geräusche (fast) normal hört und leise Geräusche dagegen nur sehr schlecht hören kann. Ist dies der Fall, spricht der Arzt von einem Recruitment.

Die Stimmgabelprüfung

Bei der Stimmgabelprüfung wird eine mit einer Frequenz von 435 bis 440 Hz schwingende Stimmgabel an verschiedenen Stellen auf den Kopf des Patienten aufgesetzt. Der Test dient der Unterscheidung einer Schallempfindungsschwerhörigkeit von einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Wird die Stimmgabel auf die Mitte des Kopfes aufgesetzt, dann hört ein normal hörender Mensch den Ton mit beiden Ohren gleich laut und nimmt den Ton in der Mitte des Kopfes wahr. Bei einem von einer Schallleitungsschwerhörigkeit betroffenen Patienten wird der Ton vom beeinträchtigten Oh deutlicher wahrgenommen. Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit) wird der Ton dagegen vom besser hörenden Oh lauter wahrgenommen.

Wie kann eine Innenohrschwerhörigkeit behandelt werden?

Da bei einer Innenohrschwerhörigkeit das Innenohr betroffen ist, kann diese Art der Schwerhörigkeit aktuell weder mit Medikamenten noch operativ behandelt werden. Mit modernen Hörgeräten ist es jedoch möglich, die Hörfähigkeit der Betroffenen wieder herzustellen. Hörgeräte erleichtern Patienten mit einer Innenohrschwerhörigkeit die Teilnahme am normalen Leben und sind die geeignetsten Hilfsmittel, mit denen die Einschränkungen im Innenohr bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden können.

Implantate helfen bei einer schweren Innenohrschwerhörigkeit

Bei einer schweren, beide Ohren betreffenden Innenohrschwerhörigkeit werden sogenannte Cochlea-Implantate (CI) eingesetzt, die dann helfen können, wenn konventionelle Hörgeräte keine Verbesserung der Hörfähigkeit bewirken. Bei den Cochlea-Implantaten handelt es sich um elektronische Hörprothesen, die anstelle der natürlichen Hörschnecke

Mögliche Folgen einer unbehandelten Innenohrschwerhörigkeit

Eine unbehandelte Innenohrschwerhörigkeit oder Schwerhörigkeit allgemein führt in vielen Fällen zu einer Kontaktarmut der Betroffenen. Patienten mit einer Innenohrschwerhörigkeit fällt es schwer, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und sie ziehen sich immer mehr zurück. Wenige soziale Kontakte und die verringerte Wahrnehmung von Umwelteindrücken kann im ungünstigsten Fall zu Depressionen führen und die Entstehung von Demenz begünstigen.

Kann einer Innenohrschwerhörigkeit vorgebeugt werden?

Oftmals begünstigt der persönliche Lebensstil die Entstehung einer Innenohrschwerhörigkeit. Häufiges Hören lauter Musik, ungeschützte Ohren bei einer hohen Lärmbelastung am Arbeitsplatz sind die Hauptursachen. Das Tragen eines geeigneten Gehörschutzes und eine Lebensweise, die Durchblutungsstörungen, zum Beispiel durch den Verzicht auf Nikotin, vorbeugt, sind Maßnahmen, die helfen können, eine Innenohrschwerhörigkeit zu vermeiden.

 

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