Knalltrauma

Ein Knalltrauma beschreibt eine Beschädigung des Innenohrs durch einen lauten Knall. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem Knalltrauma und einem Explosionstrauma. Ein Knalltrauma entsteht durch eine kurze Druckwelle von maximal drei Millisekunden, während ein Explosionstrauma durch länger einwirkende Schallwellen entsteht. Damit zählen auch Beschädigungen wie sie durch zu laute Musik auf einem Konzert auftreten können als Explosionstrauma. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über die Entstehung eines Knalltraumas, die Diagnose durch den Arzt sowie Behandlungsmöglichkeiten bei Knalltrauma.

Ursachen & Symptome bei einem Knalltrauma

Ursachen eines Knalltraumas

Frau mi KnalltraumaEin Knalltrauma entsteht wie der Name schon sagt durch einen lauten Knall. Genauer gesagt ist ein Knall eine Druckwelle, die ins Ohr eindringt und dort das Innenohr beschädigt. Mögliche Ursachen für ein Knalltrauma können sein:

  • Pistolen oder Gewehrschüsse
  • Böller und Feuerwerk
  • Explosionen wie ein aufgehender Airbag
  • Knall durch umfallende oder herabfallende Gegenstände
  • Knalltrauma durch Unfälle
  • usw.

Durch die Druckwelle kommt es zu einer Schädigung der Haarzellen im Innenohr, entweder durch eine Stoffwechselstörung, die zu einem Sauerstoffmangel und der Bildung von freien Radikalen führt, oder zu einer mechanischen Beschädigung. Betroffen ist vor allem der Bereich im Innenohr, der für das Hören von hohen Tönen liegt, da sich dieser am Eingang der Schnecke befindet und darum zuerst vom Knalltrauma betroffen ist.

Symptome bei einem Knalltrauma

Die Symptome bei einem Knalltrauma sind vielfältig. Dazu zählen das Gefühl eine Verstopfung im Ohr zu haben, Schwerhörigkeit (Hypakusis)Tinnitus, Gleichgewichtsstörungen sowie ein kurzer Schmerz. Auch eine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) kann bei einem Knalltrauma auftreten. Bei einem gesunden Ohr, sind die äußeren Haarzellen dafür verantwortlich leise Töne zu verstärken und laute Töne abzudämpfen. Sind diese Haarzellen beschädigt, z. B. durch ein Knalltrauma, dann führt das dazu, dass laute Töne leichter als viel zu laut empfunden werden, eine sogenannte Hyperakusis. Abhängig davon wo und wie stark die Druckwelle war, betrifft das Knalltrauma nur ein Ohr oder beide. Je nachdem wie schwer die Beschädigungen durch das Knalltrauma sind und ob die Haarzellen auch mechanisch beschädigt wurden, verschwindet das Knalltrauma nach mehreren Stunden oder Tagen. Bei schweren Beschädigungen kann jedoch eine Dauerhafte Hörschädigung auftreten. Diese können nur noch mit Hörgeräten behandelt werden.

Diagnose durch einen Arzt

Eine Diagnose kann nur durch einen Facharzt gestellt werden. Sollte Sie die Vermutung haben das Sie von einem Knalltrauma betroffen sind, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt. Diesem stehen für eine genaue Diagnose mehrere mittel zur Verfügung. Zum einen kann ein HNO-Arzt ein Audiogramm, also eine sogenannte Hörkurve erstellen. In diesem Diagramm wird festgehalten, wie gut der Patient unterschiedliche Tonhöhen hören kann. Ist hier eine schwäche beim Hören von hohen Tönen festzustellen, ist dies ein erstes Anzeichen für ein Knalltrauma. Das liegt daran das die Zellen die für das Hören hoher Töne zuständig sind zuerst bei einem Knalltrauma beschädigt werden. Zur weiteren Sicherung der Diagnose kann der Arzt einen sogenannten SISI-Test durchführen. Hierbei wird die Spanne zwischen der Hörschwelle und der Schmerzgrenze für zu laute Töne gemessen. Sind die äußeren Haarzellen betroffen ist diese Spanne viel kleiner als bei einem gesunden Menschen. Grund hierfür kann ein Knalltrauma sein.

Behandlung bei einem Knalltrauma

In der Regle sind die Prognosen bei einem Knalltrauma gut. Oft verbessern sich die Symptome innerhalb der ersten 6 Wochen oder verschwinden sogar vollständig. Sollte nach 6 Wochen jedoch keine Verbesserung spürbar sein, so wird die Prognose für eine Genesung schlechter. In den meisten fällen hilft dann nur noch eine Therapie mit einem Hörgerät, um den entstandenen Hörverlust wieder auszugleichen. Auch wenn die Symptome bei einem Knalltrauma oft von alleine verschwinden, hat sich gezeigt das eine frühe Behandlung dabei hilft die Symptome zu kurieren. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, umso kleiner ist das Risiko bleibende Schäden davon zu tragen. Als Erstbehandlung wird in den meisten Knalltrauma Fällen eine Infusionstherapie gestartet, oft in Verbindung mit Durchblutungsfördernden mitteln. Ziel ist es die Versorgung der Haarzellen mit Sauerstoff zu fördern und so dem Knalltrauma entgegen zu wirken. Sollten diese Maßnahmen nicht wirken, kann eine Sauerstofftherapie begonnen werden. Nur bei schweren mechanischen Verletzungen des Innenohres durch die Druckwelle, wird eine Operation in Betracht gezogen. Sollten alle Maßnahmen nicht helfen, kann der Hörverlust durch ein Hörgerät ausgeglichen werden.