Kinder und Schwerhörigkeit - ein wichtiges Thema für alle Eltern

Ein gesundes Baby erkundet seine Umwelt mit allen Sinnen. Aufmerksam verfolgt es die Bewegungen seiner Mutter, berührt sein Spielzeug mit den Händen, riecht daran und steckt es in den Mund. Das alles beobachten Eltern sehr genau und freuen sich über die Fortschritte, die ihr Sprässling im Laufe seiner frühkindlichen Entwicklung macht. Deutlich schwieriger ist es für Mütter und Väter zu erkennen, ob Sohn oder Tochter wirklich gut hören können. Um so aufmerksamer und sensibler müssen Sie als Eltern darum sein, denn Schwerhörigkeit kann die Entwicklung der Kinder stark beeintrüchtigen.

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Warum ist es so wichtig, die Anzeichen für eine Kinder-Schwerhörigkeit frühzeitig zu erkennen?

Wie wichtig ein gutes Gehör ist, merken die meisten Menschen erst dann, wenn sie Hörprobleme bekommen. Einen wesentlichen Teil der lebenswichtigen Informationen empfängt der Mensch über das Ohr. Wer herannahende Autos im Straßenverkehr nicht hören kann, ist deutlich gefährdeter als andere Verkehrsteilnehmer. Und der größte Teil der Kommunikation mit den Mitmenschen erfolgt nun einmal mit Hilfe der Sprache. Wer sich wegen Hörproblemen am Gespräch nicht beteiligen kann, verpasst sehr viel und fühlt sich schnell als Außenseiter.
Noch schwerwiegender sind die Folgen einer Schwerhörigkeit, wenn Kinder davon betroffen sind. Kleine Kinder erlernen die Sprache normalerweise im Alltag. Sie lauschen aufmerksam, wenn wir ihnen ein Lied vorsingen oder eine kleine Geschichte erzählen. Sie reagieren auf ihren Namen und erschrecken, wenn die Tür oder das Fenster mit lautem Knall zuschlägt. Fehlen diese akustischen Reize wegen einer Schwerhörigkeit, kann es passieren, dass sie nie sprechen lernen und taubstumm bleiben oder das Sprechen nur mit größten Schwierigkeiten erlernen.
Mediziner und Psychologen weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, eine bestehende Kinder-Schwerhörigkeit so früh wie möglich zu erkennen. Im ersten Lebensjahr werden die Strukturen des Hörsystems angelegt, die zur korrekten und schnellen Verarbeitung akustischer Reize erforderlich sind. Fehlen diese Reize wegen einer nicht erkannten Schwerhörigkeit, kann das dazu führen, dass die Sprachentwicklung stark behindert wird. Jeder weiß, welche Auswirkungen solche Defizite auf die schulischen Leistungen und das künftige Berufsleben haben.

Mediziner und Psychologen weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, eine bestehende Kinder-Schwerhörigkeit so früh wie möglich zu erkennen. Im ersten Lebensjahr werden die Strukturen des Hörsystems angelegt, die zur korrekten und schnellen Verarbeitung akustischer Reize erforderlich sind. Fehlen diese Reize wegen einer nicht erkannten Schwerhörigkeit, kann das dazu führen, dass die Sprachentwicklung stark behindert wird. Jeder weiß, welche Auswirkungen solche Defizite auf die schulischen Leistungen und das künftige Berufsleben haben.
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Wie viele Kinder sind von Schwerhörigkeit betroffen?

Kinder-Schwerhörigkeit tritt deutlich häufiger auf, als die meisten Menschen meinen. Fachleute gehen davon aus, dass von 1.000 Kindern, die in Deutschland geboren werden, etwa ein bis zwei Kinder unter einer schwerwiegenden Schwerhörigkeit leiden. 3 - 4 % aller Kinder kommen mit einer leichten bis mittleren Hörminderung auf die Welt. Durch Erkrankungen oder Unfälle erhöht sich die Zahl noch weiter. Insgesamt leben in unserem Land etwa 500.000 Kinder und Jugendliche mit mehr oder weniger stark eingeschränktem Hörvermögen. Es ist also ein Thema, von dem jeder Einzelne in unterschiedlichster Form berührt werden kann.
In den Geburtskliniken wird seit einigen Jahren ein Screening durchgeführt, das dazu beitragen soll, Neugeborene mit angeborener Schwerhörigkeit bereits unmittelbar nach der Geburt zu erkennen. Diese Vorsorgeuntersuchung der Kinder ist kostenlos. für Kinder, die das Licht der Welt zu Hause oder in einem Geburtshaus erblicken, bekommen die Eltern vom Kinderarzt, der für die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zuständig ist, eine überweisung zu einem spezialisierten HNO-Arzt und können die wichtige Untersuchung dort durchführen lassen.

Bei diesen Anzeichen sollten Sie aktiv werden

Wenn Sie sich viel mit ihrem Kind beschäftigen, haben Sie die besten Chancen eine mögliche Schwerhörigkeit frühzeitig zu erkennen. Typische Auffälligkeiten, die bei einer Kinder-Schwerhörigkeit besonders häufig zu beobachten sind, haben wir hier zusammengestellt:

  • Etwa im sechsten Lebensmonat hört das Baby mit dem typischen 'Brabbeln' auf
  • Fehlende Reaktion auf laute Geräusche
  • Das Kind schaut konzentriert auf Ihren Mund, wenn Sie sprechen
  • Das Kind wendet ein Ohr der Schallquelle zu
  • Die Sprachentwicklung verzögert sich auffällig
  • Das Kind gilt im Kindergarten oder in der Schule als unaufmerksam
  • Nachlassende schulische Leistungen
  • Das Kind stellt den Fernseher zu laut ein
  • Das Kind spricht auffällig laut

Jeder einzelne Punkt kann auch ganz andere Ursachen haben. Dennoch sollten Sie der Sache auf den Grund gehen und Ihr Kind im Zweifelsfalle von einem Spezialisten für Kinder-Schwerhörigkeit gründlich untersuchen lassen.

Ursachen für die Schwerhörigkeit von Kindern

Wenn es um Kinder-Schwerhörigkeit geht, unterscheiden Mediziner zwei große Gruppen, die jeweils unterschiedlich behandelt werden müssen.

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Von dieser Art der Schwerhörigkeit sind meist beide Ohren betroffen. Dabei sind die Innenohrhärchen so geschädigt, dass die Aufnahme und Verarbeitung des Schalls nicht oder nur unzureichend gewährleistet ist. Diese Störung ist häufig angeboren, besonders stark sind frühgeborene Kinder betroffen.

Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Diese Form der Schwerhörigkeit tritt dann auf, wenn die Weiterleitung des Schalls in das Innenohr behindert ist. Oft ist eine Mittelohrentzündung oder auch ein Paukenerguss der Auslöser für diese Art der Schwerhörigkeit. Doch auch ein simpler Pfropf aus Ohrenschmalz kann kurzzeitig für eine solche Verschlechterung des Hörvermögens sorgen.

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Rechtzeitige Behandlung stellt Weichen für die Zukunft schwerhöriger Kinder

Steht fest, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter von Kinder-Schwerhörigkeit betroffen ist, sollten Sie keine Zeit mit trüben Gedanken verschwenden, sondern so schnell wie möglich aktiv werden. Je früher Ihr Kind die richtige Behandlung bekommt, desto besser sind die Aussichten, dass es später trotz seiner Schwerhörigkeit ein ganz normales Leben führen kann. Welche Behandlungsmethode zum Einsatz kommen kann, hängt vor allen Dingen von der Ursache der Schwerhörigkeit ab. In vielen Fällen können Kinder mit einer Innenohr-Schwerhörigkeit mit Hilfe moderner Hörgeräte dahin gebracht werden, dass sie fast das normale Hörvermögen erreichen. Spezielle Mini-Hörsysteme können bereits bei jüngsten Säuglingen eingesetzt werden, sodass spätere Entwicklungsstörungen vermieden werden. Diese Hörgeräte werden mit Hilfe von Testverfahren programmiert und lassen sich exakt an das individuelle Hörvermögen anpassen. Die Kleinen gewöhnen sich schnell an die Hörgeräte und empfinden sie in der Regel nicht als störend. Doch bei schwerwiegender Kinder-Schwerhörigkeit oder Taubheit ist ein Hörgerät nicht ausreichend. Dann kann unter Umständen ein Cochleaimplantat weiterhelfen. Das sind elektronische Innenohrprothesen. Noch vor wenigen Jahren wurden diese Prothesen frühestens nach Vollendung des ersten Lebensjahres eingesetzt. Heute wird der Eingriff bereits bei jüngeren Patienten durchgeführt.

Behandlung von Schwerhörigkeit in Folge einer Schallleitungsstörung

Nicht selten bringen besorgte Eltern ihre zwei- bis dreijährigen Kinder in die HNO-Praxis, weil die Sprachentwicklung stockt. Tatsächlich diagnostizieren die Spezialisten dann eine Schallleitungs-Schwerhörigkeit, die durch eine Mittelohrentzündung oder durch einen Paukenerguss verursacht wurde. Dann sammelt sich unter Umständen Flüssigkeit im Innenohr an und der Schall kann nicht über das Trommelfell ins Innenohr gelangen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Trommelfell operativ zu öffnen und ein sogenanntes Paukenröhrchen einzulegen. Mit diesem kleinen Eingriff kann sichergestellt werden, dass sich das Kind normal entwickeln wird.

 

© Bilder: Fotolia

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