Hörtest zeigt, ob Hörvermögen beeinträchtigt ist

Dass das Hörvermögen eingeschränkt sein könnte, ist vielen Betroffenen oft nicht klar - erst ein Hörtest kann Gewissheit darüber erbringen, ob und in welchen Maße das Gehör geschädigt ist. Rund jeder fünfte Deutsche ab 14 Jahren ist hinsichtlich seines Hörvermögens eingeschränkt. Dabei kommt üblicherweise eine Schädigung des Innenohrs oder des Mittelohrs infrage. Für einen Hörtest sind heute verschiedene Verfahren üblich. Unterschieden wird dabei in die Tonaudiometrie, eine Messung der Unbehaglichkeitsschwelle und der Sprachaudiometrie. Bei ersterer stellt der Akustiker fest, welcher Frequenzbereich wahrgenommen werden kann. Üblicherweise wird der Hörtest dann in einem Frequenzbereich von 125 Hertz bis zu 8.000 Hertz durchgeführt. Der Patient bekommt beim Hörtest über einen Kopfhörer Töne in verschiedenen Frequenzhöhen vorgespielt. Durch den Druck einer Taste wird bestätigt, dass der Ton gehört wurde. Diese Ergebnisse werden dann für jedes Ohr separat in ein Diagramm übertragen.

Hörtest zur Einregulierung eines Hörgeräts

Bei der Messung der Unbehaglichkeitsschwelle wird darüber hinaus festgestellt, ab welcher Lautstärke ein Ton als unangenehm empfunden wird. Dieser Hörtest ist vor allem dann wichtig, wenn die Anschaffung eines Hörgerätes notwendig erscheint. Mithilfe der Unbehaglichkeitsschwelle wird dann ermittelt, auf welche Lautstärke das Hörgerät einreguliert werden muss, um die Umgebungsgeräusche nicht unangenehm zu verstärken.

Immer die Ruhe bewahren

Ein weiterer Hörtest ist die sogenannte Sprachaudiometrie. Dabei werden per Kopfhörer Zahlen oder Wörter eingespielt, die der Patient nachsprechen soll. Zur Anwendung kommt hierbei üblicherweise der sogenannte Freiburger Sprachverständlichkeitstest. Am Ende wird ermittelt, wie viele Begriffe verstanden wurden. Aufgrund dieser Zahl wird ein Verhältnis zu der Gesamtheit der vorgespielten Wörter errechnet. In jedem Fall hängt das Ergebnis aber nicht nur am Hörvermögen: Wer sich einem solchen Hörtest unterzieht, sollte sich nicht unter Druck setzen. Durch Nervosität kann sich das Ergebnis zum Teil erheblich verschlechtern.

Hörtest nur beim Fachmann durchführen lassen

Hörtest bei einem Hörgeräteakustiker.

 

Ein Hörtest sollte nach Möglichkeit immer bei einem Hörgeräteakustiker oder bei einem HNO-Arzt durchgeführt werden. Nur hier werden professionelle Abläufe und Equipment sichergestellt. So muss beispielsweise für ein unverfälschtes Ergebnis eine Schallschutzkabine vorhanden sein; ebenso werden besonders hochwertige Kopfhörer und eine spezielle Software zur Auswertung benötigt. Dies sollte auch bei einem Online-Hörtest berücksichtigt werden: Hier haben sich Sprachaudiometrie-Tests bewährt, die aufgrund einer möglicherweise schlechteren Ausgabequalität bei Smartphone, Tablet oder PC verfälschte Ergebnisse liefern können. Auch wenn die generierten Daten insgesamt eine recht hohe Qualität haben, sollte der Hörtest dem Fachmann vorbehalten sein, der die Ergebnisse auch fachgerecht auswerten kann. Häufig ist in Deutschland aber der Hausarzt der erste Ansprechpartner - auch beim Thema Hörtest. Hier ist es sinnvoll, wenn bereits dort eine grobe Untersuchung stattfindet. Der Hausarzt kann dann in der Regel entscheiden, ob ein weiterer Hörtest beim HNO-Arzt notwendig ist. Grundsätzlich gilt allerdings: Lieber einen Hörtest zu viel, als zu wenig. Der Aufwand für einen Hörtest ist relativ gering, die Ergebnisse können für den Patienten aber eine ganz erhebliche Bedeutung erlangen. Häufig bleibt eine Minderung des Hörvermögens - vor allem, wenn sie schleichend auftritt - unbemerkt. In der Folge verschlechtert sich die Lebensqualität ganz erheblich, was eigentlich zu vermeiden wäre.

Wann ist ein Hörtest sinnvoll?

Fraglich ist dabei auch, wann ein Hörtest überhaupt notwendig und sinnvoll erscheint. Dazu sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Fallen Einzelgespräche in ruhiger Umgebung schwer?
  • Kommt der Eindruck auf, dass andere Menschen undeutlich sprechen?
  • Wie schwer fallen Gespräche in geräuschvoller Umgebung?
  • Fällt es schwer, ein vorbeifahrendes Auto oder eine Fahrradklingel zu lokalisieren?
  • Gelingt das Telefonieren ohne Schwierigkeiten?
  • Sind Fernseher und Radio so laut gedreht, dass es anderen Personen schon auffällt?

Werden eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet, kann ein Hörtest beim HNO-Arzt durchaus sinnvoll sein. Der Fachmann führt einen Hörtest durch und entscheidet aufgrund der Ergebnisse, ob und inwiefern Maßnahmen, wie beispielsweise ein Hörgerät, sinnvoll sind. Patienten können das Audiogramm als Ergebnis des Hörtests auch leicht selbst interpretieren: Die vertikale Achse zeigt die Lautstärke an, die horizontale Achse die Frequenz. Je weiter die Kurve nach unter verläuft, desto lauter muss der Ton erklingen, damit er noch wahrgenommen wird. Ein Verlauf, der weit oben beginnt und nach rechts abfällt, zeigt also an, dass das Hörvermögen bei höheren Frequenzen abnimmt. Diese Entwicklung ist durchaus normal und an das Alter der Patienten gekoppelt. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt der Frequenzbereich, der noch vom menschlichen Ohr erfasst wird, üblicherweise ab - vor allem bei hohen Frequenzen.

Klassifizierungen der Schwerhörigkeit

Das Audiogramm zeigt dabei auch an, welche Lautstärke in Dezibel (dB) noch erfasst wird. Danach kann eine Klassifizierung in unterschiedliche Schweregrade von Schwerhörigkeit getroffen werden. Als leichte Schwerhörigkeit wird ein Hörvermögen betrachtet, welches nur noch Töne umfasst, die mindestens eine Lautstärke zwischen 25 und 40 dB umfasst. Wer leicht schwerhörig ist, der hat vor allem in lauter Umgebung Schwierigkeiten, Gespräche zu führen. Der Bereich der mittleren Schwerhörigkeit wird von 40 bis 70 dB beschrieben. Bis 95 dB als leisester wahrnehmbarer Ton wird von einer starken Schwerhörigkeit gesprochen; über 95 dB wird die sehr starke Schwerhörigkeit definiert. Bei der sehr starken Schwerhörigkeit beschränken sich die Betroffenen im Wesentlichen auf das Lippenlesen - eine echte Kommunikation aufgrund verstandener Begriffe ist hier kaum noch möglich.

Was sind die Ursachen für die Schwerhörigkeit?

Die Schwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Abgesehen vom bereits erwähnten, natürlichen Hörverlust im Laufe des Alters, ist es vor allem übermäßiger Lärm, der die Fähigkeit zu Hören einschränkt. Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, die Ohren bei der Arbeit und auch in der Freizeit nicht übermäßigem Lärm auszusetzen. Dabei ist es nicht alleine die Lautstärke die als unangenehm empfunden wird, sondern auch die Art der Geräusche - viele Menschen hören über Kopfhörer viel zu laut Musik. Auch ein geplatztes Trommelfell kann bei schweren Verläufen die Ursache dafür sein, dass das Hörvermögen abnimmt.

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